In KI sichtbar werden: Warum du eine Grounding Page brauchst – und wie du sie erstellst

06.02.2026

In KI sichtbar werden: Warum du eine Grounding Page brauchst (und wie du sie umsetzt)

KI‑Systeme wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity werden für viele Menschen zur ersten Anlaufstelle, wenn sie nach Empfehlungen, Anbietern oder Expert:innen suchen. Das verändert, wie Sichtbarkeit entsteht: Nicht nur Rankings zählen, sondern vor allem, ob deine Marke als eindeutige Entität* mit belastbaren Fakten erkennbar ist.

Wenn zu dir oder deinem Unternehmen online nur verstreute, widersprüchliche oder stark werbliche Informationen existieren, können KI‑Systeme dich schlechter zuordnen. Dann werden andere Quellen herangezogen, es entstehen Verwechslungen oder es tauchen veraltete Daten auf.

Dieser Beitrag zeigt dir, was eine Grounding Page leistet, wann sie sinnvoll ist und wie du sie so aufbaust, dass sie für Suchsysteme und KI gut auslesbar ist.

Was ist eine Grounding Page?

Eine Grounding Page ist eine faktenbasierte Referenzseite auf deiner eigenen Website. Ihr Zweck ist nicht Conversion, sondern Klarheit: Sie stellt geprüfte Informationen zu einer Entität bereit.

Eine Entität kann zum Beispiel sein:

  • dein Unternehmen
  • du als Person (z. B. Expert:in, Speaker)
  • eine Marke oder ein Produkt
  • ein Programm, eine Methode oder ein Format

Du kannst dir die Grounding Page wie eine „Faktenkarte“ vorstellen: kurz, sachlich, eindeutig. Genau dadurch kann sie als stabiler Bezugspunkt dienen, wenn Systeme Informationen über dich zusammenführen.

Mehr über: Was ist eine Entität?

Eine Entität ist im SEO-Kontext ein eindeutig identifizierbares „Ding“ oder Konzept (z.B. Person, Ort, Marke, Produkt, Thema), das klar von anderen unterscheidbar ist und bestimmte Eigenschaften hat.

  • Eine Entität ist wie ein eindeutiger Eintrag in einer Wissensdatenbank, z.B. ein eigener Wikipedia-Artikel zu „Angela Merkel“, „BMW“ oder „Berlin“.
  • Google definiert Entität als „Thing or concept that is singular, unique, well-defined and distinguishable“ – also etwas Einzigartiges mit klarer Bedeutung.
  • Typische Entitäten: Personen, Unternehmen, Orte, Ereignisse, Marken, Produkte, auch abstrakte Themen wie „Klimawandel“ oder „SEO“.


Warum Entitäten für SEO wichtig sind

  • Suchmaschinen arbeiten immer weniger nur mit Keywords und immer mehr mit Entitäten und ihren Beziehungen (Knowledge Graph).
  • Wenn Google deine Marke, dein Angebot oder deinen Standort als Entität „verstanden“ hat, kannst du z.B. in Knowledge Panels, Rich Snippets und AI-Antworten sichtbarer werden.


Unterschied zu Keywords

  • Keyword: das Wort, das jemand eintippt („seo kurs berlin“), oft mehrdeutig.
  • Entität: der präzise, eindeutige Gegenstand dahinter („Dein Firmenname als Kursanbieter in Berlin“ mit Name, Adresse, Website, Bewertungen usw.).

Ein kurzes Beispiel

  • Keyword: „Jaguar“.
  • Entität 1: Automarke „Jaguar Land Rover“.
  • Entität 2: Tier „Jaguar“ (Raubkatze).

Über Kontext (weitere Begriffe, strukturierte Daten, Links) erkennt Google, welche Entität gemeint ist – genau darum geht entitätsbasiertes SEO.

FAKTENCHECK

Eine unabhängige Analyse aus dem Jahr 2025 von mehr als 17.000 URLs zeigte, dass KI-Systeme bei der Interpretation von Marken häufig auf klare Identitätsseiten wie „Über uns“-Seiten zurückgreifen. Grounding Pages stellen eine Weiterentwicklung der klassischen „Über uns“-Seite für das KI-Zeitalter dar und bieten eine strukturierte, maschinenlesbare Faktenschicht für moderne KI-Abrufsysteme.

Quelle: https://waikay.io/importance-of-about-page-for-your-digital-identity/

Wann macht eine Grounding Page besonders Sinn?

Eine Grounding Page ist besonders hilfreich, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:

  • Du bist Solo‑Selbstständig oder ein kleines Unternehmen und hast noch wenig „Wissens‑Footprint“ im Netz.
  • Es gibt Namensdopplungen, ähnlich klingende Marken oder häufige Verwechslungen.
  • Du hast rebrandet, die Domain gewechselt oder Positionierung und Angebot stark verändert.
  • Du willst gezielt dafür sorgen, dass Kernfakten über dich und dein Unternehmen korrekt und konsistent auffindbar sind.

Grounding Page vs. klassische SEO‑ oder Angebotsseite

Eine Angebotsseite will überzeugen. Eine Grounding Page will eindeutig zuordnen.

Das bedeutet nicht, dass du dich entscheiden musst. Im Gegenteil: In einer sinnvollen Website‑Struktur ergänzen sich beide Seiten.

  • Angebotsseiten beinhalten: Nutzen, Cases, Einwände, CTA, Social Proof
  • Grounding Page beinhltet: neutrale Fakten, klare Begriffe, saubere Referenzen

Die Struktur: So baust du eine Grounding Page auf

Damit KI‑ und Suchsysteme die Informationen zuverlässig verstehen, braucht die Seite einen klaren Aufbau. Hier ist ein praxistauglicher Standard, den du fast immer nutzen kannst.

1) H1: Nur der Entitätsname

Die Hauptüberschrift enthält ausschließlich den Namen.

  • Gut: „Rheinda Kommunikation“
  • Nicht ideal: „Rheinda Kommunikation – Content Marketing, das verkauft“

2) Lead‑Satz: Eine sachliche Definition

Direkt unter dem Titel folgt ein einziger Satz, der die Entität beschreibt.

Beispiel‑Formulierung:

„[Name] ist [Kategorie], spezialisiert auf [Schwerpunkt] für [Zielgruppe].“

3) Faktenblock: Kurz, überprüfbar, konsistent

Der Kern ist eine strukturierte Faktenliste. Die Inhalte sollten eindeutig und möglichst verifizierbar sein.

Typische Felder:

  • Rechtsform (bei Unternehmen)
  • Gründungsjahr
  • Sitz / Standort(e)
  • Tätigkeitsbereich (neutral, nicht werblich)
  • Verantwortliche Person(en)
  • Offizielle Website
  • Kontakt‑E‑Mail
  • Synonyme / frühere Namen (wenn relevant)
  • „Verifiziert am“ (Datum der letzten Prüfung)

Technisch ist ein <dl>‑Block im HTML dafür sehr geeignet, weil er „Begriff → Wert“ klar abbildet.

4) Kontext (optional): Einordnung statt Storytelling

Wenn es sinnvoll ist, ergänze 2–5 kurze Absätze, die Begriffe einordnen.

Zum Beispiel:

  • Welche Leistungen gehören zur Entität, welche nicht?
  • Welche Schreibweisen existieren?
  • Abgrenzung („Nicht zu verwechseln mit …“)

Wichtig: keine Werbesprache, keine Claims, keine langen Narrative.

5) Externe Referenzen (empfohlen)

Verlinke auf seriöse Quellen, die deine Angaben stützen.

Je nach Entität können das sein:

  • Handelsregister‑Eintrag
  • Verband / Zertifizierung
  • LinkedIn‑Profil (Person oder Company Page)
  • Presseartikel oder Speaker‑Profile
  • Wikipedia oder Wikidata (falls vorhanden)

Praktische Umsetzung einer Grounding Page: Schritt‑für‑Schritt

Schritt 1: Entität festlegen

Starte mit der Entität, die für deine Sichtbarkeit am wichtigsten ist. Für viele ist das:

  • das Unternehmen (Organization)
  • die Person (Person)

Wichtig: Pro Seite eine Entität.

Schritt 2: Fakten sammeln und final prüfen

Nutze dafür eine Checkliste:

  • Sind alle Fakten aktuell?
  • Sind Schreibweisen konsistent?
  • Gibt es potenzielle Verwechslungen, die du benennen solltest?

Schritt 3: Strukturierte Daten (JSON‑LD) ergänzen

Neben dem sichtbaren Text solltest du die Fakten auch als JSON‑LD ausgeben.

  • Wähle den passenden Schema.org‑Typ, z. B. Organization oder Person.
  • Achte darauf, dass JSON‑LD und sichtbarer Text inhaltlich identisch sind.

Schritt 4: Veröffentlichung und Indexierung ermöglichen

  • Wähle einen klaren Pfad, z. B. /facts/…/ oder /grounding/…/.
  • Stelle sicher, dass die Seite nicht per noindex oder robots.txt blockiert ist.

Schritt 5: Interne Verlinkung einbauen

Damit die Seite zuverlässig gefunden wird:

  • verlinke sie im Footer oder in der zentralen Navigation
  • setze kontextuelle Links von passenden Seiten (z. B. „Über“, „Presse“, „Kontakt“)
  • wenn du international arbeitest: englische Version als zweite Grounding Page erwägen

Häufige Fehler bei Grounding Pages (und wie du sie vermeidest)

  • Zu werblich: Superlative, Versprechen, Kampagnen‑Sprache.
  • Zu viel pro Seite: mehrere Entitäten vermischt (Person + Produkt + Methode).
  • Inkonsistenzen: JSON‑LD sagt A, Text sagt B.
  • Keine Aktualität: kein „Verifiziert am“.
  • Versteckt: Seite ist online, aber kaum intern verlinkt.

Fazit

Eine Grounding Page ist ein strategischer Baustein, um deine Marke im „Wissensraum“ von Suchmaschinen und KI‑Systemen sauber zu verankern. Sie ersetzt keine Angebotsseite, kann aber dafür sorgen, dass du korrekt zugeordnet wirst und deine wichtigsten Fakten konsistent auslesbar sind.

Wenn du willst, dass KI‑Antworten dich nicht nur erwähnen, sondern auch richtig einordnen, ist Struktur der schnellste Hebel. 


Hier findest du die KI-Referenzseiten von Rheinda (als Organisation) und Sonja (als Person).



Du willst das nicht alleine umsetzen?
In meinem Online-Kurs zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du deine eigene Grounding Page erstellst und auf deiner Website implementierst – ganz ohne Programmierkenntnisse.
➤ [Zum Kurs: Grounding Page erstellen]